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Fernwärme
Reduzierung von Anschlussleistungen bei Fernwärmeanlagen

Stadt/Gemeinde:
Nürnberg

Einwohner:
ca. 497.000; GK5

Titel:
Energiemanagement zur Reduzierung des Energieverbrauchs durch Neuermittlung der  Anschlussleistungen bei Fernwärmeanlagen

Anwendungsgebiet(e):
Energiemanagement, öffentliche Verwaltung

Die Idee, das Konzept:
In Nürnberg werden sehr viele städtische Gebäude mittels Fermwärme beheizt. Diese Fernwärme wird durch den örtlichen Energieversorger bereitgestellt.

Die Kosten für die Fernwärme setzen sich aus zwei Faktoren zusammen:
1) Die Kosten für die real verbrauchte Heizungsarbeit in kWh pro Jahr
2) Die Kosten für die, von den Stadtwerken bereitgestellte Fernwärmeleistung in kW (Anschlussleistung)

Die Kosten für die Anschlussleistung sind sehr hoch und entsprechen im Prinzip einer beeinflussbaren Grundgebühr von 23,5 EURO (+MWSt) und Jahr pro installiertem kW. Sehr häufig wurden zu früheren Zeiten die Anschlusswerte bei der Installation zu hoch beantragt. Außerdem kam es in vielen Gebäuden inzwischen zu Energieeinsparmaßnahmen, wodurch die notwendige Anschlussleistung gesunken ist.
Das Kommunale Energiemanagement bei der Stadt Nürnberg hat dieses Einsparpotential erkannt und schöpft dieses systematisch aus.
Für die Ermittlung der notwendigen Anschlussleistung werden entsprechend der VDI 2067 Blatt 2 die so genannten Vollbenutzungsstunden der Gebäude ermittelt. Hierfür ist es notwendig, dass die Energieverbräuche der letzten Jahre vorliegen. Diese werden dann auf Witterung bereinigt und auf den Standort Nürnberg umgerechnet. Hieraus lässt sich dann die notwendige Anschlussleistung sehr genau ermitteln.
Im Anschluss daran wird der örtliche Energieversorger um ein Angebot für die Reduzierungskosten angefragt. In der Regel ist die Reduzierung mit nur sehr geringem Kostenaufwand möglich.
In den letzten vier Jahren wurden bisher 36 Gebäude ermittelt, deren Anschlussleistung deutlich überdimensioniert waren.
Weitere Reduzierungen sind vom Kommunalen Energiemanagement geplant und werden momentan geprüft.

Das Neue an der Idee:
Neu an dieser Idee ist die ganzheitliche Betrachtungsweise der Gebäude und der entsprechenden Energiesparmaßnahmen durch das Energiemanagement.
Z.B. wurde früher nur der Fensteraustausch realisiert. Dass hierdurch auch die Anschlussleistung überdimensioniert war, ist nicht berücksichtigt worden. Ein enormes Einsparpotential ist hierdurch verloren gegangen.

Durch die Sensibilisierung mit dem Thema wird bei Neuanschluss von Gebäuden (Bei Neubau oder Heizungsumstellung) die Beantragung der Anschlussleistung genauer überprüft und so gering wie möglich gehalten, da den Heizungsplanern inzwischen die hohen laufenden Grundkosten bewusst sind.
Insgesamt führen solche Maßnahmen zu einer ganzheitlichen Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten eines städtischen Gebäudes.

Einsparvolumen/Nachhaltigkeit/Folgewirkungen:
Die Einsparsumme bei allen 33 durchgeführten Reduzierungen beläuft sich auf insgesamt 214.000 EURO jährlich. Je nach Gebäudegröße ist die Einsparsumme unterschiedlich.
Begonnen wurde mit den Reduzierungen im Jahre 2001.
Bei der Stadt Nürnberg konnten durch diese Maßnahmen seither insgesammt 733.000 EURO eingespart werden.

Der Einspareffekt ist nachhaltig, da die Leistungskosten jährlich bezahlt werden müssen.
Für die Reduzierung müssen an den örtlichen Energieversorger Gebühren für die Durchführung der Arbeiten bezahlt werden.
Üblicherweise fallen Kosten von ca. 250 EURO pro Anlage an.
Teilweise sind größere Umbaumaßnahmen nötig, wodurch sich die Kosten erhöhen können. Hier muss für jede Liegenschaft die Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Vereinzelt wurden vom Energiemanagement Gebäude nicht reduziert, da die Umbaukosten zu hoch gewesen wären und damit keine Wirtschaftlichkeit mehr vorlag. Diese Situation tritt aber nur sehr selten auf.

Sonstiges:
Die Idee ist auf alle Gemeinden und Kommunen übertragbar, deren Gebäude mit Fernwärme beheizt werden und die für diese Anlagen einen Leistungspreis bezahlen müssen.
Es ist davon auszugehen, dass auch in anderen Gemeinden und Kommunen die Anschlusswerte zu hoch eingestellt sind.

Schlagwörter:
Energie, Energieversorgung, Fernwärme

Ansprechpartner:
Herr Wolfgang Müller

Kontakt:
Stadt Nürnberg
Hochbauamt
Kommunales Energiemanagement (H/T-KEM)
Marientorgraben 11
90402 Nürnberg

Tel.:  0911 / 231-4223
Fax: 0911 / 231-5620
E-Mail: wolfg.mueller@stadt.nuernberg.de

 

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Vom Finden und Suchen einer Idee
Von der Idee zur Veröffentlichung

Stand: 21.11.2005